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6. Fehlende Testergebnisse

Hier möchte ich einmal mehr die mangelnde Transparenz der ISU verdeutlichen. Ganz gleich, ob es die bis heute fehlenden Original-Messprotokolle meiner Blutwerte betrifft, es sich um die nicht mit meinen Barcodes identischen Zahlenschlüssel in der Beweisführung handelt. Oder ob kurzerhand mal zwei gänzlich unterschiedliche Messergebnisse von ein und der selben Blutprobe dem ISU-Schiedsgericht vorenthalten wurden: Die Ankläger der ISU bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm, wenn es darum geht, zur Aufklärung des Sachverhaltes beizutragen.

Nach Bekanntwerden des Indizienurteils gegen mich gab es zahlreiche Expertenstimmen, die die Meinung vertreten haben, die ISU habe dieses Verfahren sicher gut vorbereitet, da man schließlich zu dem Ergebnis gekommen sei, mich für zwei Jahre zu sperren. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Experten diese Meinung noch immer vertreten würden, wenn sie sich hier auf meiner Website ein Bild über die zum Teil mehr als schlampige Arbeit der ISU gemacht haben. Denn bislang warte ich nicht nur auf die Offenlegung der Original-Messprotokolle meiner Blutproben, ich warte auch bis heute noch darauf, dass die Ergebnisse von folgenden Dopingtests überhaupt bekannt gegeben werden.

An diesen 13 Terminen hatte ich Besuch von ISU-Kontrolleuren. Stets wurden mir Blutproben entnommen. Allein im vergangenen Jahr gab es fünf Out-of-Competition-Kontrollen von mir hintereinander. Zweimal im Juni, im September (sogar zwei an einem Tag), im Oktober und November. Kurioserweise taucht keines der Testergebnisse in meinen Blutwerten auf, die die Anklage vor Gericht vorgetragen hat.

Wie ist so etwas möglich?

Passen sie vielleicht erneut nicht ins Täterprofil? So wie der erhöhte Wert vom 15.04.2009 als in Kreischa 2,4 Prozent Retikulozyten gemessen wurden. Und die Anklage aber viel lieber dem am gleichen Tag in einem anderen Labor auf einer anderen Maschine gemessenen, niedrigeren Wert Glauben schenken wollte? (Siehe auch: 3. Unterschiedliche Messwerte)

Ich kann an dieser Stelle selbst nur Fragen stellen und spekulieren. Genau so wie auch die Leser dieser Zeilen, ganz gleich ob interessierter Sportfan oder recherchierender Journalist!

Und meine zentrale Frage ist eine ganz einfache: Darf die Anklage bei solch einem schweren Vorwurf gegen mich die Frage nach dem Verbleib von 14 Testergebnissen wirklich unbeantwortet lassen?

Fakt ist: Transparenz sieht anders aus. Ich habe alle meine Blutwerte, die die ISU von mir ermittelt hat, offen gelegt - weil ich nichts zu verbergen habe.

Ich bin im Übrigen davon überzeugt, dass es weltweit keinen Läufer und keine Läuferin der ISU gibt, der oder die häufiger getestet wurde als ich. Alle Daten dazu gibt es unter dem Link: 7. Meine Dopingtests.

Letzte Aktualisierung:
25.11.2009

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